BMW trifft Mercedes: Robert Frittrang & Stefan Main
Shownotes
Können ein BMW-Werkleiter und ein Mercedes-Händler ein perfektes Match sein?
Wir haben es ausprobiert.
Beim ersten Business Blind Date treffen Robert Frittrang, Werkleiter des BMW Group Werks Eisenach, und Stefan Main, Geschäftsführer der Max Schultz Automobile GmbH & Co. KG, erstmals persönlich aufeinander.
Aus anfänglicher Neugier entwickelt sich ein Gespräch über Führung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft der Mobilität.
Themen der Folge: Die überraschenden Gemeinsamkeiten von BMW und Mercedes Warum Unternehmenskultur wichtiger ist als Markenlogos KI in Produktion, Vertrieb und Kundenservice Elektromobilität zwischen Realität und Zukunft Deutschland im internationalen Wettbewerb Was Politik aus der Wirtschaft lernen kann Thüringen als Innovations- und Industriestandort
Zu Gast: Robert Frittrang Stefan Main
Moderation: Thomas Wetzel
Eine Produktion der www.audiofabrik.info eine Kampagne von www.thueringenwirsinds.de
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Sprecher A:
Thüringen, a perfect match. Zwei Firmen, ein Blind Date. Der Podcast von Thüringen. Wir sind's.
Sprecher B:
Thüringen, a perfect match. Was ist das? Wir nennen es den Business Blind Date Podcast. Der findet jetzt einmal im Monat hier in der Audiofabrik der Audio Media Plus Thüringen statt, die hinter der Standort-Marketing-Kampagne Thüringen Wir sind's steckt. In jeder Podcast-Folge treffen zwei Firmen, zwei Menschen aufeinander, die sich nicht kennen, zumindest nicht näher, die aber ein Match haben, weil sie in bestimmten Bereichen Schnittmengen haben. Die beiden werden sich kennenlernen, die tauschen sich aus, diskutieren über aktuelle und relevante Themen aus vermutlich sehr unterschiedlichen Perspektiven oder auch nicht. Das werden wir jetzt sehen. Heute zu Gast haben wir Vertreter zweier Marken, die jeder von uns kennt. BMW und Mercedes. In unserer Runde Robert Friedrang, Werkleiter der BMW Groups Werk in Eisenach. Hallo. Und auf der anderen Seite sitzt Stefan Mayen, einer der Geschäftsführer von Max Schulz Automobile. Einen wunderschönen guten Tag. Ich bin Thomas Wetzel von der Audiofabrik und ich freue mich mit euch da draußen jetzt sehr auf unser erstes Blind Date. Herr Friedrang, wir fangen mit Ihnen an. Was wissen Sie über die Max Schulz Gruppe, außer dass sie keine BMW und keine Minis vertreibt?
Sprecher C:
Nun, das war auch schon das Einzige. Also ich muss sagen, wir kennen uns persönlich noch nicht. Und die Gruppe an sich, natürlich habe ich den Namen gehört, ist mir bekannt. Aber wir haben...
Sprecher D:
Wir hatten bis jetzt keine geschäftlichen Beziehungen. Wir sind ja auch im Endeffekt Wettbewerber.
Sprecher B:
Darauf kommen wir später mit Sicherheit noch zurück. Herr May, was gibt es da zu ergänzen? Klären Sie ihn mal auf.
Sprecher D:
Dass wir keine Wettbewerber sind, weil ich glaube, einfach sage, dass BMW und Mercedes und auch die Örtlichkeiten sehr weit auseinander sind. Also ich freue mich heute, Sie kennenzulernen. Deswegen ist es ganz spannend, auch in dem Format einfach mal so ein bisschen in die Tiefe zu gehen.
Sprecher B:
Bleiben wir bei Ihnen, Herr Mayen. Was wissen Sie denn über das BMW-Werk in Eisenach?
Sprecher D:
Eigentlich so gut wie nichts, muss ich ganz offen sagen, weil es ist eben ein BMW-Werk und wir sind Händler und das ist im Endeffekt auch kein Fokus, wo wir jetzt Mitbewerber analysieren.
Sprecher B:
Aber wir können uns zumindest auf eine Gemeinsamkeit verständigen, Sie haben beide mit Autos zu tun.
Sprecher D:
Das auf jeden Fall.
Sprecher B:
Okay, Herr Fritter, dann klären Sie ihn doch mal auf.
Sprecher D:
Ja, da muss ich ihn wirklich aufklären, weil ich sage, die Gemeinsamkeit, die wir haben, wir gehören beiden Konzernen an, würde ich jetzt mal sagen. Aber das BMW-Werk in Eisenach ist im Endeffekt wie ein Zulieferer. Wir stellen Bauteile her für Fahrzeuge. Also wir haben ein Presswerk dort. Wir stellen Außenhautbauteile her wie Frontklappen, Dächer, unter anderem auch einen großen Teil der Außenhaut für die Rolls-Royce-Fahrzeuge. Das kommt alles aus Eisenach. Und zum zweiten Geschäftsfeld bei uns in Eisenach zählt der größte Werkzeugbau der BMW AG. Das heißt, wir stellen Großwerkzeuge, Großpresswerkzeuge her, ebenfalls für alle Marken der BMW Group. Das heißt also BMW, Mini, Rolls-Royce und auch für die Motorradtanks fertigen wir die Werkzeuge dort.
Sprecher B:
Dafür hat es auch schon mal einen Preis gegeben, das können Sie ganz gut sehen. Gerne auch mit dazu sein.
Sprecher C:
Danke für das Lob. Das ist richtig. Wir hatten letztes Jahr im November den Werkzeugbau des Jahres Preis verdient bekommen von der RWTH Aachen. Das ist ein Preis, der jährlich verliehen wird an den besten Werkzeugbau im deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Österreich und Schweiz. Wir konnten uns da durchsetzen unter 600 Wettbewerbern. Also wirklich eine tolle Leistung für mein Team in Eisenach.
Sprecher B:
Dann fragen wir doch bei Herrn Meinmann nach, auf was sind Sie denn aktuell besonders stolz?
Sprecher D:
Ach, ich bin eigentlich stolz auf meine Mitarbeiter. Und wir sind eben nicht konzerngebunden. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Bei uns ist halt wirklich eine Familie am Ruder und diese Familie heißt Mühlherr. Und die sind seit vielen, vielen Jahren Eigentümer der Mark-Schulz-Gruppe. Und ich sage mal, das ist ja in der heutigen Zeit auch toll. Und da bin ich auch stolz drauf, dass wir eigentlich durch diese doch sehr stürmische Zeit mit einem Kapital, was Menschen zur Verfügung stellen, im Endeffekt auch agieren dürfen. Und das ist, glaube ich, das Hauptthema. Und die Mitarbeiter wiederum sind natürlich der Schlüssel zum Allen. Wenn der Mitarbeiter, sage ich mal, die Leistung nicht bringt, dann funktioniert das Unternehmen nicht. Und wir sind halt Dienstleistung primär. Und das ist eigentlich unser tägliches Tun und Handeln.
Sprecher B:
Ich wage mich mal so weit vor zu sagen, da könnten Sie sich beide, glaube ich, auf schon die erste Gemeinsamkeit einigen. Mitarbeiter sind das A und O.
Sprecher C:
Ganz richtig. Mitarbeiter ist das Potenzial, das wir auch im Werkzeugbau und in unserer Produktion. Mitarbeiter machen den Unterschied, würde ich sagen. Mitarbeiter und Führungskräfte, die sie haben, kommt es immer darauf an, wie engagiert sind sie, wie brennen die auch für die Sache und welches Herzblut steckt dahinter, welche Flexibilität. Und da, muss ich sagen, haben wir da echt Glück mit uns. unseren Mitarbeitern, unserem Führungskreis, dass dort ganz besondere Leistungen erbracht werden. Und das zeigt sich auch in der Profitabilität unseres Unternehmens.
Sprecher B:
Bleiben wir kurz noch bei Ihnen. Das BMW Group Werk Eisenach ist im März 92 eröffnet worden. Warum ist es heute, 34 Jahre später, immer noch ein guter Wirtschaftsstandort für Thüringen?
Sprecher C:
Das BMW-Werk in Eisenach ist ein ganz entscheidender Standort für das Land Thüringen. Zum einen der Markenname hat natürlich eine bestimmte Strahlkraft, auch für die Politik, aber auch für umgebende Unternehmen und auch für die Zulieferindustrie, die uns mitbeliefert. Neben der Tätigkeit als Geschäftsführer dort in Eisenach bin ich noch im Automotive. Thüringen im Vorstand tätig und vertrete quasi über 130 Zulieferbetriebe aus Thüringen.
Sprecher B:
Kommen wir zu Ihnen, Herr Main. Die Ursprünge von Max Schulz reichen bis ins 18. Jahrhundert sogar zurück. 1940 ist die Automobilspate in Sonnefeld in der Nähe von Coburg gegründet worden. Und seit 2019 ist Max Schulz in ganz Mitteldeutschland präsent. Was macht Thüringen für Max Schulz heute immer noch interessant?
Sprecher D:
Es ist einmal so, dass sich 2019 Max Schulz das erste Mal Thüringer Boden betreten hat. Sondern es gab vorher natürlich schon Autohäuser in Sonneberg und auch in Suhl. Dann kommt noch das Thema Hilpburg-Hausen dazu. Da gab es die Autohäuser. Das heißt also, von Sonnefeld hat sich die Familie dann entschlossen, die erste Mercedes-Benz-Gruppe damals zu kaufen. Ich glaube in der Mitte der 90ern. Und dann gab es die Möglichkeit, einen Mercedes-Benz zu kaufen. Dispensvertreter zu übernehmen. Das war damals die Firma Senger Kraft. Die Eigentümer, der Andreas Senger und der Michael Kraft, haben dann entschieden, im Jahre 2018 sich aus ihrem Investitionsvolumen in den anderen Bundesländern zurückzuziehen. Und dann kam halt die Firma Mark Schulz und hat eine der beiden Firmen, die ich damals auch geleitet habe, dann übernommen. Warum hat das die Familie getan? Es ist ein sehr beständiger Markt in Thüringen und jetzt weite ich es auch noch ein bisschen aus, weil wir sind ja auch noch in Sachsen-Anhalt und wir sind ja auch noch in Sachsen. Es gibt eine gewisse Konstante in der Struktur dieser Bundesländer, auch wenn natürlich viel Land dazwischen ist. Ich sage immer salopp, wenn man sich so die Bewohner von Thüringen anschaut, dann hat man so die Größe von Hamburg mit ein bisschen mehr, aber im Endeffekt haben wir deutlich mehr Land dazwischen und das ist natürlich die Herausforderung. Ich sage immer, wir machen eigentlich Vertrieb im Häuserkampf. Wir haben Einzelkunden, wir haben Einzelgewerbekunden, wir haben Einzelprivatkunden. Das ist die Herausforderung, aber es ist eben eine Konstante. Und das hat dann damals auch dazu geführt, dass eben die Eigentümer von Mark Schulz gesagt haben, wir investieren in den Bereich und haben dann in 2019 Mitte des Jahres dann diese Gruppe übernommen.
Sprecher B:
Jetzt haben wir ein paar Jahre drauf. Haben Sie es jemals bereut?
Sprecher D:
Ich glaube, wenn ich jetzt reflektiere, wir hatten jetzt gerade Bilanzbesprechen vom letzten Jahr. Ich glaube, die Eigentümer sind noch sehr glücklich über diesen Schritt, ja.
Sprecher B:
Wenn ich lese privat, dann mache ich das meistens digital. Aber eine Sache lese ich tatsächlich noch klassisch haptisch und das sind Autozeitungen. Da gibt es... Keinen Test ohne den jeweils anderen. Also wenn ein neues Mercedes-Modell im Vergleich irgendwo aufgerufen wird, ist es auch egal in welcher Autozeitung, ist immer ein BMW dabei. Und umgekehrt, wie sehen Sie das Verhältnis aktuell von BMW und Mercedes?
Sprecher C:
Gut, wenn ich beginnen darf. Also BMW und Mercedes sind Wettbewerber im Premium-Segment. Wir bilden auch in den einzelnen Fahrzeugsegmenten jeweils Derivate ab. Und deswegen ist es natürlich auch logisch, dass in den Autozeitschriften oder Vergleichen die Premium-Wettbewerber miteinander verglichen wird. Das sind die gleichen Klassen, das sind eben auch oft die gleichen Preissegmente.
Sprecher D:
Ich sage, wir sind in derselben Klasse, ja. Ich sehe aber BMW gar nicht als Mitbewerb. Das ist vielleicht das Spannende, dass Menschen sehr selten von BMW auf Mercedes wechseln und von Mercedes auf BMW. Es gibt ja noch eine dritte Premium-Marke, die heißt Audi. Also Audi ist so ein bisschen der neutrale Punkt. Es kann durchaus sein, dass ein BMW-Fahrer auf Audi wechselt und dann irgendwann der Audi dann gegen ein Mercedes getauscht wird. Warum weiß ich das so genau? Ich war vier Jahre bei BMW. Ich habe geglaubt, ach gehst du von Mercedes zu BMW, das war 2009, da gab es ein Angebot, an meine Person bei BMW die Geschäftsführung zu übernehmen, da habe ich gesagt, okay, sind dieselben Kunden, dieselbe Klasse, dann kann ich im Endeffekt doch eigentlich dort weitermachen. Ich habe damals meinem damaligen Eigentümer gesagt, nachdem ich dann angefangen bin bei BMW, ich bin gerade der bestbezahlteste Azubi. Das System Mercedes-Benz und das System BMW sind so komplett unterschiedlich. Ich weiß damals noch, dass ich damals den neuen Fünfer vorstellen durfte. Und ich war in dieser Stadt wirklich vernetzt. Das war damals Münster, Westfalen. Und ich habe gedacht, jeder, der da kommt, den kennst du irgendwie. Ich kannte keinen. Wie gesagt, es geht doch gar nicht in einer Stadt wie Münster, die ja nicht viel größer ist als Erfurt. Ich habe gesagt, das kann doch gar nicht sein. Du hast immer das Gefühl gehabt, du bist überall drin. Und ich stellte fest, dass die Menschen, die BMW kaufen, ganz andere Menschen sind, als die Mercedes kaufen. Und mein damaliger BMW-Chef hat mir gesagt, BMW, das ist ein anderer Typus für Mensch. Dieser Mensch möchte noch nach vorne, der hat noch einen Drang, sich weiterzuentwickeln. Der Mercedes-Fahrer ist mehr der, der das schon Erreichte bewahren möchte. Und ich glaube, da ist auch viel Wahrheit dran, dass man diese beiden Marken so klassifizieren kann. Und deswegen, wir haben keinen Wettbewerb mit BMW. Das kann man zählen. Wir haben einen ganz anderen Wettbewerb und der geht in ganz andere Marken. Und deswegen finde ich es auch immer sehr charmant. Und jetzt packe ich nur einen drauf. Was heißt denn BMW?
Sprecher C:
Wie meinen Sie, die Abkürzung?
Sprecher D:
Ja, ich weiß, was die Originale ist. Das ist die sprichwörtliche. Kennen Sie die?
Sprecher C:
Die sprichwörtliche kenne ich auch, aber natürlich offiziell Bayerische Motorenwerke. Es ist klar. Was kann ich anderes sagen?
Sprecher D:
Wir sagen bei Mercedes immer, BMW heißt bitte Mercedes wählen. Die Frage ist nur der Zeitpunkt. Was sagen Sie dazu?
Sprecher C:
Ja, ich kann nur dazu sagen, unsere Firma selber in Eisenach verkauft ja keine Fahrzeuge. Wir sind ja keine Händler, sondern wir beliefern die BMW AG mit Werkzeugen und mit Bauteilen. Und ich sage mal, wie gesagt, es wird im gleichen Segment gekauft. Und es ist nicht ganz so, dass wir jetzt da keine Wettbewerber wären. Natürlich kämpft man. Und dann in den Segmenten natürlich auch um das Volumen und um die Kunden. Ich möchte vielleicht noch erwähnen, in Eisenach, also unser Geschäftsmodell ist natürlich sehr international. Also wir sind sehr international vernetzt. Wir beliefern die Werkzeuge weltweit an unsere Standorte in Mexiko, USA, Südafrika und China und haben deswegen auch einen sehr guten Überblick über den internationalen Markt und nutzen natürlich auch die Vorteile des internationalen Markts, also gerade Zulieferer aus dem asiatischen Bereich in unserem Geschäftsmodell. Und da habe ich eine Gemeinsamkeit entdeckt mit Ihnen. Sie sagten ja vorher, Ihre Gesellschafter sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Das war glücklicherweise bei unserer letzten Gesellschaftsversammlung auch. Also wir konnten auch wieder glücklicherweise wie in den letzten Jahren guten Gewinn ausweisen für das Jahr 2025 und sind auch in unseren Prognosen sehr zuversichtlich für das Jahr 2026.
Sprecher B:
Das finde ich jetzt ganz schön. Wir haben ein paar Gemeinsamkeiten gefunden, wir haben ein paar Unterschiede herausgestellt. Wie wahrscheinlich ist es denn aus Ihrer Sicht, dass es irgendwann mal eine Kooperation, eine direkte Kooperation zwischen BMW und Mercedes gibt? Also gerade mit Blick auf das, was aus China auf uns zurollt.
Sprecher C:
Ich kann nur sagen, wir unterliegen natürlich extrem Compliance-Vorgaben, was das Wettbewerb betrifft. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Kooperationsanstrengungen, gemeinsam unter anderem auch mit Mercedes. Momentan sind wir jetzt keine Kooperation bekannt. Es hat sich auch in der Vergangenheit immer gezeigt, Kooperationen gerade mit anderen OEMs im gleichen Segment sind dann doch oft schwierig aus verschiedenlichen Gründen, weil doch der eine vielleicht zuerst mit der Innovation rauskommen will im Vergleich zum anderen und dann Skaleneffekte vielleicht doch nicht so realisiert werden. Mir ist keine Kooperation bekannt in naher Zukunft.
Sprecher D:
Ja, grundsätzlich gab es ja Kooperationen in der Vergangenheit zwischen beiden Marken. Also ich denke da an die A-Klasse. Und wir erinnern uns ja noch an die erste A-Klasse, Sandwich-Bauweise etc. Das war eine reine Produktion, rein von Mercedes-Benz. Dann kam das erste Mal eine A-Klasse, die diese Bauweise nicht mehr hatte. Diese A-Klasse war damals ein John Venture zwischen BMW und Mercedes-Benz. Das hat man so ein bisschen auch an der Karosserieform gemerkt. Also ich kann mir vorstellen und ich glaube auch, es wäre strategisch ein sinnvoller Schritt bei den deutschen Autohändlern, natürlich nicht das gleiche Auto in der Art und Weise zu bauen, dass man sagt, pass auf, wir bauen dasselbe Auto, wie die Chinesen es aktuell machen und machen da ein anderes Typenschild drauf. Wir brauchen unsere eigene Philosophie in den Fahrzeugen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die großen Hersteller irgendwann sagen, im Bereich Karosserie, in allen Bereichen, die vielleicht unter dem Blechkreit sind, auch zusammenzuarbeiten. Mercedes macht das mit verschiedenen Herstellern. Da werden Motoren gemeinsam entwickelt, da werden auch teilweise manche Systeme gemeinsam entwickelt, auch teilweise Autos adaptiert und dann auf die Marke verändert. Ich glaube, in der jetzigen Situation sollten die Konzernbosse darüber nachdenken.
Sprecher B:
Sind wir mal gespannt, wann Sie dann die ersten Maschinen für Mercedes herstellen.
Sprecher C:
Da sind wir gespannt, aber es ist wahrlich so, in der Vergangenheit gab es Kooperationen auch mit anderen Firmen, BSA und BMW und so weiter. Momentan sind wir noch in der glücklichen Lage, dass BMW... Nicht nur Fahrzeuge verkauft, sondern wir verkaufen auch Motoren an andere Hersteller, die dann quasi den Entwicklungsaufwand nicht leisten. Und dann BMW Motor. Hoch und verbauen.
Sprecher D:
Die Frage ist ja, wenn man sagt Kooperation, heißt es ja nicht, dass man ein Auto gemeinsam baut, aber es geht um die Komponenten und zu sagen, wenn ich mir jetzt so gerade auch das ganze Thema Software-Themen anschaue, wo jetzt gerade die Kollegen von VW wirklich ein extremes Problem haben, obwohl es ein Riesenkonzern ist, da sind BMW und Mercedes deutlich weiter und in Anbetracht der Zeit, wo heute sowas ja auch realisiert werden muss und da sind die Chinesen halt ganz weit vorne, macht es vielleicht Sinn, auch über solche Schritte mal nachzudenken.
Sprecher C:
Ich denke, man kann noch ergänzen, gerade für mein Geschäft mit den Werkzeugen. Wir hatten ja den Preis letztes Jahr gewonnen. Darauf gab es natürlich eine große Resonanz an Firmen, die uns gerne besuchen wollen, das Geschäftsmodell natürlich auch kennenlernen wollen und die Umgebung, in der wir arbeiten. So wie ich es auch in den vergangenen über 30 Jahren kennengelernt habe in der deutschen Industrie, ist die Vernetzung auf, sag ich mal, Fachebene mit auch Wettbewerbern und anderen Herstellern sehr gut. Unter Compliance-Vorgaben natürlich und den Richtlinien, die uns alle auferlegt sind. Aber dort wird schon viel gemeinsam, das habe ich jetzt mal in die Zukunft gedacht.
Sprecher B:
Und da gehen wir ja heute schon direkt den nächsten Schritt bei der Vernetzung untereinander. Bleiben wir mal kurz bei dem Blick in die Zukunft und zwei Buchstaben, die aktuell gefühlt alles beherrschen, KI. Was bedeutet KI für den Standort Eisenach und die Max-Schulz-Autohäuser in Thüringen?
Sprecher C:
Ich beginne vielleicht mal, weil als Werkzeugbau sind wir schon immer stark digitalisiert. Also von der Zeichnungsvorgabe über CAD, dann über die Produktionsvorbereitungssysteme zu den Maschinen hin, die die Werkzeuge fräsen, bis hin. Dann auch zu Qualitätsschleifen und Änderungen, wo dann die Zeichnung wieder nachgezogen wird, sind wir schon lange papierlos in unserer Produktion. Und was jetzt eben die letzten Jahre noch zusätzlich kam, war künstliche Intelligenz. Und künstliche Intelligenz spielt für uns im Produktionsbereich und auch in der Entwicklung eine sehr große Rolle. Künstliche Intelligenz, zwar jetzt auch noch in den Anfängen, wird exponentiell Folgen für uns alle haben und speziell eben auch für Produktionsbereiche und Entwicklungsbereiche. Wir haben jetzt in unserem Unternehmen in den letzten Jahren gestartet, vor allem KI interessant zu machen für jeden einzelnen Mitarbeiter. Das heißt, erstmal das Thema in die Breite bringen, Interesse wecken, weil nur wenn Interesse da ist, entstehen auch neue Anwendungsideen.
Sprecher B:
Kommen wir von der Herstellung zum Vertrieb. Ich weiß, dass bei Max Schulz KI auch eine große Rolle spielt. Was können Sie da ergänzen oder aus Ihrer Sicht sagen?
Sprecher C:
Für mich gibt es ja in der strategischen Planung bezüglich KI eigentlich zwei Bereiche. Wir haben einmal den Vertrieb, wie Sie es eben richtig gesagt haben. Auf der anderen Seite sind wir im Bereich Dienstleistung unterwegs. Und wir haben mehrere tausend Fahrzeugdurchläufe in unseren Werkstätten jeden Monat. Das heißt, wir reden dort über Terminvereinbarung, wir reden über Auftragsvorbereitung, wir reden auch über Erreichbarkeit. Und wenn ich Ihnen einfach mal eine Zahl gebe, so haben wir teilweise im Monat über 40.000 Anrufe bei uns, die bei uns gehandelt werden müssen. Natürlich interessanterweise, und das ist natürlich jetzt auch nicht überraschend, rufen die Menschen natürlich nicht alle nacheinander an, sondern es gibt natürlich Stoßseiten, wo die...
Sprecher D:
Menschen anrufen. Das heißt, KI kann uns dort und vor allem die Mitarbeiter vor Ort, die im Kundenkontaktbereich sind, deutlich entlasten. Da sind wir dran, da sind wir schon unterwegs, da haben wir auch schon aktuell die ersten Schritte übernommen. Dann haben wir natürlich die Situation bei uns in unserem Handelsbereich. Wir sind ja nicht nur Mercedes-Benz, wir haben ja auch Ford Trucks, wir haben MRN, wir haben Maxus, also verschiedene Marken, wir haben verschiedene Sparten, wir haben gebrauchte Autos im Transporterbereich, im PKI-Bereich. All das gilt es ja zu handeln und da sind wir natürlich bestrebt als Geschäftsführung, eine Qualität nach außen auch durchzusetzen, dass die Ansprache der Kunden auch mit einem für uns adäquaten Niveau geschieht. Heißt also, die Mitarbeiter haben die Chance, über KI auch Antwortschreiben zum Beispiel zu definieren. Das Spannende dabei, wo wir jetzt gerade drin sind, ist, wir möchten nicht den öffentlichen Raum der KI nutzen. Also nicht der klassische Chat-GPT und dann machen wir bitte, weil da sind wir gerade im Thema Datenschutz in Europa natürlich auch gefordert. Wir bauen gerade einen eigenen KI-Server für unsere Mitarbeiter, wo wir sagen, ihr könnt dort rausnehmen, aber es geht eben nicht ins öffentliche Netz rein. Die Investition tätigen wir gerade und dann gibt es natürlich verschiedene andere Projekte, wo wir auch die KI jetzt aktuell gerade in der Versuchsphase haben mit Avatars und all sowas. Das heißt, wenn der Kunde heute uns ansprechen möchte, ist unser Ziel, dass er eine ganz schnelle Resonanz kriegt und das ist die primäre strategische Arbeit, die wir mit KI versuchen gerade umzusetzen.
Sprecher B:
Also wir hören es aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Ist ja klar, an KI kommen wir nicht vor. Sie haben von Chancen gesprochen, die es auch für die Mitarbeitenden gibt. Aber was sagen Sie Leuten, Mitarbeitern, die Schiss haben, die Angst haben vor KI, die Angst davor haben, ihren Job zu verlieren oder was anderes machen zu müssen? Was sagen Sie denen?
Sprecher C:
Also ist vielleicht auch natürlich, vor jedem Neuen hat man erstmal Angst und vielleicht auch deswegen Angst, weil es vielleicht andere besser beherrschen, wie man selber, die Furcht erstmal da ist. Ich will vielleicht noch ergänzen, also zur Einführung der KI und dass wir erstmal eine gute Umgebung schaffen, sind auch viele Voraussetzungen notwendig. Unter anderem müssen die Daten entsprechend aufbereitet sein, damit die KI überhaupt sinnvoll darauf zugreifen kann. Und die müssen auch auf Sharepoints liegen. Die Daten sind also auch organisatorisch einige Dinge vorab zu tun, bevor man sinnvoll dann mit KI-Anwendungen darauf eingehen kann. Und jetzt gerade zum Thema Mitarbeiter, da hilft halt wie bei allem Kommunikation. Zum einen möglichst oft das Thema mit guten Beispielen zeigen. Was kann man denn damit machen? Und dann interessieren sich auch viele dafür, wenn sie sehen, oh, der Kollege, der hat ja vielleicht eine tolle Anwendung, die könnte ich doch vielleicht auch probieren oder er könnte es mir mal zeigen. Und wenn die sehen, das funktioniert und das bringt mir auch einen Vorteil, Innovation muss ja auch immer einen Vorteil für einen bringen, dann geht es automatisch über. Doch auch nicht anders wie damals, als es dann die ersten Handys gab. Oder der, der sich damit beschäftigt hat und selber damit mal rumspielt, der lernt es dann auch am schnellsten. Es geht weniger mit so statischen Schulungen. Da muss schon ein eigenes Interesse da sein, sich damit zu beschäftigen. Und da muss man den Mitarbeitern eben dann auch die Zeit geben, das zu machen.
Sprecher B:
Wie sieht das bei Max Schulz aus?
Sprecher C:
Im Grunde ähnlich. Ich sage immer zu den Kollegen, wir sind jetzt...
Sprecher D:
Wieder an so einem Veränderungspunkt, das ist die KI, wie zu einem Zeitpunkt, Sie hatten gerade das Handy erwähnt, 2006 kam ein iPhone. Da war das das erste Mobiltelefon ohne Tasten und wir haben ja gesagt, was soll das alles? Mittlerweile ist es aus unseren Taschen nicht wegzudenken und wir haben uns alle mit dem Gerät, auch von anderen Marken, was ja ähnlich aufgebaut ist, dann beschäftigt und heute ist das für uns ein Alltagswerkzeug, was im Endeffekt ja unser komplettes Leben heute steuert, von Banken über Kalender über weiß der Himmel was. Ich versuche unseren Kollegen immer deutlich zu machen, wer sich heute gegen KI und den grundsätzlichen Gedanken sperrt, wird vielleicht in fünf, sechs, sieben Jahren auch selber gar nicht mehr in seinem Beruf handlungsfähig sein, auch privat vielleicht nicht mehr handlungsfähig sein. Du musst als Mensch, egal ob man jetzt das Berufs- oder Privatsphäre, musst diese Technik verstehen. Wir brauchen auch eine klare Kommunikation in Richtung Gefahren. KI ist, wie Sie richtig sagen, KI birgt auch Gefahren. Und unser Ziel als Unternehmen sollte es sein, eben die Vorteile rauszustellen, auch die Gefahren rauszustellen. Und letzter Satz dazu, ein Mensch benutzt eine neue Technik dann, und das erleben wir alle auf unseren Handys, wir laden uns eine App runter. Und wenn das App selbsterklärend ist, dann finden wir das gut. Ist das App zu kompliziert oder zu langsam, löschen wir es wieder. Und genauso sollten die KI-Anwendungen in den Unternehmen aufgebaut sein. Ich glaube, dann hat man relativ schnell eine sehr positive Resonanz auf die Technik.
Sprecher B:
Eine positive Resonanz gibt es mittlerweile auch.
Sprecher D:
Gerade auch im deutschen Markt auf Elektromobilität. Die Zahlen gehen da gerade richtig durch die Decke. Was fahren Sie denn privat?
Sprecher C:
Privat habe ich ein Dienstfahrzeug von BMW und aufgrund meiner hohen Kilometerleistung wechsle ich alle drei Monate das Fahrzeug und habe so die Möglichkeit, unterschiedlichste Fahrzeuge zu nutzen. Aufgrund der hohen Kilometerleistung, die ich fahre, habe ich kein vollelektrisches Fahrzeug, sondern ein PHEV, also ein Hybrid, was optimal für solche Strecken natürlich dann auch ist, wenn Sie viel Autobahn fahren und dann doch wieder, was weiß ich, zwei Tage in der Stadt, dann ergänzt sich das sehr gut.
Sprecher D:
Ich habe auch kein eigenes Auto. Es ist von der Situation, ich habe natürlich auch einen Dienstwagen und ich bin da auch ganz devot, was die Zuteilung dieser Autos angeht. Das ist die Aufgabe meines Verkaufsleiters, weil ich immer sage, er muss die Autos ja auch verkaufen, also werde ich da nicht meine eigenen Ansprüche gelten machen. Aktuell fahre ich auch keinen vollelektrischen Wagen, weil es liegt einfach daran, die Lieferfähigkeit bei uns ist momentan sehr, sehr schwierig, weil wir haben unsere Autos, die vollelektrisch sind, permanent bei den Kunden auf der Straße. Die aktuelle Technik, die wir anbieten als Marke Mercedes-Benz, kommt jetzt langsam in eine Alltagstauglichkeit nach meiner Empfindung. Es war bei den ersten Elektrofahrzeugen so, dass ich die zwar gefahren bin, aber ich musste meinen Arbeitstag verlängern und diese Zeit war ich nicht bereit einzusetzen. Wenn ich eine halbe Stunde, dreiviertel Stunde am Tag an irgendwelchen Ladestationen verbringe, so viel Kaffee kann ich gar nicht trinken, weil die Ladegeschwindigkeit einfach nicht ausreichend war und natürlich die Infrastruktur auch nicht da war. Das heißt, das bin ich dann nur temporär gefahren. Bei der neuen Technik, die wir jetzt haben mit 800 Volt Technik und mit einer Lademöglichkeit von 300 kW, bringt natürlich jetzt das Auto Spaß. Und ich sage, wir sind jetzt langsam in einem Bereich, wo ich sage, mit unseren Autos Verbrauch in kW gegenüber Ladegeschwindigkeit und auch Batteriekapazität kommen wir aktuell auf Ladezeiten zwischen von 10 auf 80 Prozent auf irgendwo 15 bis 18 Minuten. Jetzt wird es langsam, wenn man sich das gedanklich vorstellt, gleich mit der Zeit an der normalen Tankstelle. Das ist auch irgendwie so 10 Minuten. Das wird dann irgendwie besser. Und jetzt kann man wirklich diesen Weg auch gehen. Und das ist auch das, was uns gerade die Kunden reflektieren. Wir haben aktuell einen Absatz von Elektrofahrzeugen, größer 30 Prozent im Auftrittseingang. Also das ist schon sehr spannend.
Sprecher B:
Aber trotzdem sind ja sowohl BMW als auch Mercedes in ihrer Strategie so, dass, sagen wir mal, Autos mit konventionellem Antrieb länger in der Produktion bleiben, als ursprünglich geplant war. Ich habe geguckt, aktuell gibt es bei Mercedes 15 Baureihen noch mit konventionellem Antrieb, also auch Mildhybrid. Bei BMW sind es 17. Wie ist das aus Ihrer Sicht einzuordnen? Wo spielt da der Kunde eine Rolle? Einfach Ihre Einschätzung.
Sprecher C:
Der Kunde spielt bei Mercedes und auch bei uns die entscheidende Rolle. Der Kunde ist das, der das Fahrzeug nachfragt und auch die Präferenz erstellt, je nachdem in welcher Region er auch lebt. Bei BMW, da haben wir ja die Technologie Offenheit schon immer propagiert, sodass wir also unsere Derivate meistens als vollelektrisch Hybrid und als Verbrennungsmotor anbieten, je nachdem, was der Kunde wünscht. Und ich finde das auch extrem. Wichtig, ja. Also gerade die Technologieoffenheit beizubehalten und nicht politisch vorzuschreiben, wie muss man Ziele erreichen, sondern das sollte den Firmen dann schon selber überlassen werden. Es gibt Ziele, CO2-Ziele, die Flottenziele, die alle Fahrzeughersteller erreichen müssen und wie sie das dann machen in ihrem Mix, das sollte ihnen selber überlassen sein, weil Firmen müssen ja mehrhändig denken, sage ich jetzt mal. Es geht ja nicht nur darum, pauschal das auf Elektrofahrzeug zu setzen und die Profitabilität aus dem Auge zu verlieren, sondern neue Technologien brauchen eben auch eine Zeit des Übergangs. Da sehe ich ein Dicken beim Herrn Mayen.
Sprecher D:
Ja, ich gehe sogar noch weiter. Ich habe jetzt letzte Woche, es war ganz zufällig, als ich in Berlin war, auf dem Thüringer Sommerfest mit vielen Unternehmern aus Thüringen gesprochen. Welches Auto, was heute in den Markt kommt als Neufahrzeug, wird in 30 Jahren als Oldtimer noch da sein? Ein hochgradig spannendes Thema. Ich bin ja nun im Handel und wir sind ja nur direkt am Kunden. Da sind Menschen, und ich habe vorhin gesagt, wir reden in Thüringen auch mit vielen Privatmenschen, wir reden mit vielen Einzelunternehmern, die investieren Geld in eine Mobilität, das heißt Fahrzeuge. Das sind ja nun keine Beträge mehr, wo man sagt, okay, die sind mal kurz aus der Portokasse. Die Wertverluste der Fahrzeuge, Elektro, sind einfach größer, muss man ganz deutlich sagen. Es gibt da tolle Leasingmöglichkeiten. Ich werde kein Eigentümer, ich bin Mieter von so einem Produkt. Aber natürlich ist die Überlegung schon da zu sagen, okay, der Verbrenner hatte immer irgendwie einen Bestandswerte. Wenn ich zufällig ein richtig gutes Modell hatte, dann ist es eben ein Auto, was wir heute noch auf der Straße sehen, was 30, 40 Jahre... Das ist mit den Autos vielleicht so gar nicht möglich aufgrund der ganzen Bauart. Und da ist eine gewisse Angst da. Das heißt, ein Privatmensch sagt, das, was ich kenne, das Vertraute, der Verbrenner, Wenn ich jetzt investiere in ein Fahrzeug, dann nehme ich so ein Fahrzeug, weil ich einfach dort ein anderes Wertegefühl habe. Der Geschäftskunde im Leasing drei Jahre, vier Jahre sagt, Elektro ist toll, ich habe die Vorteile, ich habe jetzt eine Sonderafa, wenn ich das Auto, sagen wir mal, theoretisch kaufe oder finanziere. Ich habe eine 025-Versteuerung für mich persönlich als Dienstwagenfahrer. Also da gibt es andere Vorteile, betrachtet die Entscheidung ganz anders. Ich glaube, das ist eben dann auch gezollt, der Technologieoffenheit. Jeder sollte für sich entscheiden, was passt am besten. Und sind wir mal ganz ehrlich, der Dieselmotor bei BMW oder auch unser Dieselmotor, den der Hersteller anbietet, das sind ja keine Dreckschleudern. Das sind ja sehr, sehr saubere Fahrzeuge. Und wir haben ja auch noch eine Technologie, die wir ja gar nicht weiter thematisieren. Das sind die künstlichen Kraftstoffe. Die gibt es auch noch. Das heißt, ich kann also da auch eine Kombination schaffen, CO2-Freiheit, aber die alte Motorentechnik. Deswegen ist die Aussage komplett richtig, sagen Politik, bitte halt dich da raus. Das sollen die Menschen selber entscheiden. Das ist ein Fahrprofil, was jeder Mensch hat. Und für den einen passt das Elektroauto besser, für den anderen eben der Verbrenner oder der Hybrid. Und dann sind wir doch schick mit der ganzen Geschichte.
Sprecher C:
Und auch regional stark unterschiedlich. Wir denken jetzt hier wahrscheinlich immer nur im deutschen Kontext. Deutschland ist aber nur ein kleiner Teil unseres Marktes. Aber zum Beispiel in den USA hat auch zum Beispiel der Diesel nie eine große Rolle gespielt. Das war immer das Truck-Antrieb und auch das Elektrofahrzeug.
Sprecher D:
Die Lademöglichkeiten in den USA sind ja auch gar nicht da. Und es wird auch nicht so gefördert wie bei uns.
Sprecher B:
Einen schönen Aspekt fand ich gerade noch, die Oldtimer-Tauglichkeit von Fahrzeugen. Also auch meine geschätzten Kollegen von den Autozeitungen, die schreiben manchmal auch, es ist too much. Also ob jetzt Panoramic View, Hyperscreen. Und dann kommt immer die Frage, wo ist denn mein klassischer Dreh-Drück-Schalter? Wohin soll das ganze Geflicker und Geflucker im Auto noch gehen? Kann es noch gehen?
Sprecher D:
Die Grundsätzlichkeit ist, wir sind schon so ein bisschen wieder retro bei Mercedes-Benz. Also wir haben gewisse Knöpfe gehabt, das waren so Touch-Knöpfe und also ein Quatsch. Auf dem Lenkrad. Auf dem Lenkrad. Und ja, unsere Kundschaft hat uns dann einfach aufgezeigt, dass diese Bedienung einfach blöd ist. Jetzt werden wieder normale Tasten eingebaut. Auch genauso gab es eine Zeit lang Fahrzeuge, die hatten halt nur die Monitore. Jetzt gibt es die wichtigen Möglichkeiten wieder als ganz normale Tasten. Und ich glaube, das ist auch richtig. Also es sollte so ein Mix aus beiden sein. Und am Ende geht es darum, wir reden ja auch über Sicherheit. Also wenn ich in manchen Modellen des Mitbewerbs mir die Menüführung anschaue und ich bin dann im siebten Untermenü, um irgendwas während der Fahrt auszuschalten. Wir reden von zwei Sekunden auf dem Bildschirm stehen. Da kann eine ganze Menge auf der Autobahn passieren. Also viele Sachen sind auch nicht richtig pragmatisch zu Ende gedacht. Und deswegen finde ich den Weg zurück Richtung vielleicht bei der einen oder anderen Knopfvariante wieder absolut richtig.
Sprecher B:
Was ist also mit dem Dreh-Drücksteller?
Sprecher D:
Also ich kann nur sagen,
Sprecher C:
Jetzt aus eigener Erfahrung raus oder ich sage mal aus der Evolution raus. Man kann es ja auch am Handy sehen. Von Blackberry damals noch mit schönen Drücken alles, hat sich alles Richtung nur noch Touch entwickelt und eine ähnliche Entwicklung hat es natürlich auch dann im Fahrzeug genommen. Ich muss Ihnen recht geben, auch aus Sicherheitsgründen finde ich es persönlich auch viel besser, wenn wir noch haptische Knöpfe, die wir ertasten können im Fahrzeug haben, gerade bei schneller Fahrt, absolut wichtig, sich da nicht den Blick abzuwenden und man kann dann auswendig, was weiß ich, von Navi auf Radio und wo immer dann schneller wechseln. Ich denke auch, der Mix macht es. Man muss sich halt da herantasten. Was mag der Kunde noch? Und nochmal, auch hier ist es natürlich regional wieder komplett unterschiedlich, was die Kunden wollen und was die Kunden erwarten. Es gibt vielleicht im asiatischen Raum da mehr Kunden, die erwarten, dass noch mehr Bildschirme, noch größere Bildschirme reinkommen. Wie Sie jetzt gerade gesagt haben, in Deutschland sagt der Kunde vielleicht, ich brauche das alles gar nicht, ich möchte es ruhig früher meine Klimaanlage einfach nur mit dem Finger verstellen können und muss nicht im fünften Untermenü suchen, wie ich den Luftstrom dort verändere. Die gleichen Fragen stellt meine Frau übrigens auch immer, wenn ich ein neues Auto habe. Ja, warum? Nachvollziehbar, nachvollziehbar.
Sprecher D:
Ich glaube, ein ganz wichtiger Punkt ist, dass die Hersteller natürlich ein Produkt entwickeln für die verschiedenen Märkte. Und wenn man einfach mal so ein Fahrprofil sich anschaut, nehmen wir jetzt mal China. Menschen, die die Produkte von BMW oder Mercedes in China kaufen, das sind nicht die Selbstfahrer. Die haben einen Fahrer. Klar ist dann für die, wenn sie dann irgendwo in Shanghai im Stau stehen, ist es vielleicht deutlich interessanter, wenn sie einen riesen Monitor im Heckbereich haben, wo sie dann auch sitzen, wo sie dann vielleicht die... E-Mails lesen können, wo sie vielleicht noch einen Film gucken können, dann ist ein Hersteller, BMW oder auch Mercedes, gefordert, diese Technik anzubieten. Wir bieten jetzt einer neuen Generation die Möglichkeit an, dass wir mit dem Playstation-Controller Playstation auf diesen Monitoren machen können. Also ich kann mir keine Situation bei mir vorstellen, wo ich den Playstation-Controller meines Sohnes mit ins Auto nehme und mich da zwei Stunden aufhalte. Aber es scheint dafür einen Markt zu geben und das ist auch gut so. Es darf sich halt einfach nur nicht dann irgendwann so etablieren, dass wir nur noch das iPad im Auto haben und alles darüber geht. Ich glaube, das wäre die falsche Entwicklung.
Sprecher B:
Das wäre dann auch nicht Oldtimer-fähig.
Sprecher C:
Vielleicht dazu eine Anekdote. Ich bin viel in China unterwegs und gerade auf einer meiner letzten Reisen war ich mit einem Geschäftspartner chinesischen unterwegs. Der hatte seine Kinder im Fond des Fahrzeugs und als wir dann im Restaurant ankamen, sind wir zwei ausgestiegen und die Kinder blieben im Fahrzeug. Da war ich dann echt überrascht. Also wir kennen es ja noch alle aus unserer Kindheit. So sind wir zu Hause alle aussteigen. Dort ganz normal, da bleiben dann die Kinder im Fahrzeug und die haben dann eine Karaoke-Einrichtung im Fahrzeug quasi integriert. Und solche Dinge sind dann dort wirklich entscheidend für den Verkauf des Fahrzeugs.
Sprecher D:
Ja, das glaube ich.
Sprecher C:
Und sowas kennen wir hier gar nicht.
Sprecher D:
Ja, ja, genau.
Sprecher B:
Wie sieht es denn bei der Eigenständigkeit und vor allem auch bei der Markenidentität aus? Wir hatten ganz am Anfang schon mal über so potenzielle Kooperationsmöglichkeiten gesprochen. Jetzt gibt es auch Leute, die sagen, naja, bauartbedingt, gerade bei den Elektromodellen, die werden sich ja alle immer ähnlicher. Wie wichtig ist denn da noch die Markenidentität und wie soll die ausgeprägt werden? Wenn die reinen Karossen, die Leistungsdaten, die Fahreigenschaften, das nähert sich doch immer weiter an.
Sprecher D:
Ist eine ganz spannende Frage. Gerade jetzt in diesem Gespräch, wir haben die beiden Marken BMW und Mercedes hier gerade so ein bisschen in der Diskussion. Da ist BMW einen anderen Weg gegangen als Mercedes-Benz. Mercedes hat sich überlegt, wir nehmen diese Elektrofahrzeuge in eine ganz eigene Baureihe, EQ. Wir bauen ganz eigene Fahrzeuge für diesen Elektroantrieb und lassen die herkömmlichen Verbrenner in der ursprünglichen Mercedes-Form, wo dann halt einfach auch die Erfahrung da war, wo auch die Gewöhnung da war, dass diese Autos dann eben klassisch aussehen. BMW ist einen anderen Weg gegangen. BMW hat eigentlich den Fünfer in verschiedenen Antriebsarten im Angebot gehabt.
Sprecher B:
Aber in der gleichen Karosserieform.
Sprecher D:
Die gleiche Karosserieform. Total spannend. Und jetzt stellen wir fest, dass eigentlich, und da wie gesagt Kompliment an die Marke BMW, das war aus heutiger Sicht die für mich richtige Entscheidung. Weil der Mensch sagt, ich fahre einen Fünfer und jetzt fährt mein Nachbar den Diesel, ich fahre den Hybrid und der Dritte um die Ecke fährt den Elektro und eigentlich sehen die Autos gleich aus. Weil die Markenidentität eben in dem Fünfer BMW, egal mit welchem Motor, das gleiche war. Bei uns war es so, bei uns hatten wir eine Leichtbauweise, wir hatten eine futuristische Anmutung, das war eigentlich ein anderes Auto. Und wir haben es ja auch bei den EQS zum Beispiel gesehen, das war eine S-Klasse, aber da ist ein S-Klasse-Kunde eingestiegen und gesagt, ich sage mir nicht böse, aber das ist nicht die S-Klasse, wie ich sie gewohnt bin.
Sprecher B:
Ist auch nicht Oldtimer-fähig.
Sprecher D:
Ist auch nicht Oldtimer-fähig. Und jetzt ist Mercedes halt... eben genau auf die Schiene vom BMW auch wieder eingegangen, gesagt, die nächsten Fahrzeuge, es gibt auch bei uns nur eine E-Klasse, sondern wird die halt mit diesen Antriebstechniken angeboten. Und ich glaube, da kriegt man dann die Markenidentität. Aber klar, es wird natürlich immer spannender. Wie kriegt man dieses Logo, wie kriegt man dieses Image, wie kriegt man dieses Gefühl eigentlich vermittelt? Aber ich glaube, bis dato haben wir noch eine saubere Trennung. Das funktioniert noch.
Sprecher C:
Ich denke auch, bis jetzt funktioniert es noch sehr gut, aber es ist richtig, es wird immer schwieriger. Aber das ist dann eine Marketingaufgabe unter anderem auch. Und vielleicht auch dann im Innenraum bestimmte Dinge hervorzuheben oder andere Features reinzubringen.
Sprecher B:
Jetzt wollen wir mal zum Schluss dieser ersten Folge die Autos nochmal kurz verlassen. Wir sind aktuell in politisch unruhigen, wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Energie, Spritpreise, Reformstau. Wenn Sie beide als Koalition für sechs Monate unser Land, oder machen wir es kleiner, machen wir unser Bundesland regieren dürften, was würden Sie als erstes angehen?
Sprecher C:
Also Bundesland ist schon mal schwierig, wenn wir das regieren würden, weil ich finde, die Handlungsoptionen des Landtags sind doch beschränkt.
Sprecher B:
Sie sind uneingeschränkte Herrscher. Sie brauchen keine parlamentarischen Mehrheiten.
Sprecher C:
Dann würde ich auf jeden Fall, und das muss ich immer wieder betonen, in den Zeiten, in denen wir jetzt sind, die Wirtschaft stärken. Wenn wir die Wirtschaft stärken durch Rahmenbedingungen der Politik, dann verbessern sich automatisch auch andere Dinge. Dann gibt es weniger Sozialabgaben, dann gibt es mehr Beschäftigung, dann gibt es auch weniger schlechte Stimmung, weil die Leute beschäftigt sind und wieder gutes Geld verdienen und vielleicht auch wieder mehr Netto vom Brutto haben. Aber daran... muss jetzt fokussiert gearbeitet werden. Es wäre eben falsch, wenn man jetzt wieder 20 Maßnahmen parallel macht, die dann nur einen kleinen Effekt haben.
Sprecher D:
Was wäre denn eine richtige, eine wichtige Maßnahme?
Sprecher C:
Na gut, für die Wirtschaft sind es natürlich immer Unterstützungsleistungen der Wirtschaft, das heißt Investitionsförderungen, Energiepreisreduzierungen hilft der Wirtschaft natürlich. Und es sind auch noch viele andere kleine Dinge wie Infrastruktur und so weiter, die für die Wirtschaft extrem wichtig sind. Und dann ist es ja auch wieder zweiseitig, auch für die Mitarbeiter wird es natürlich auch helfen, wenn die... Nebenkosten einfach sinken würden, weil wir haben da schon eine extrem hohe Rate erreicht und jeder von uns spürt es ja auch, wie viel von seinem Brutto weggeht für andere Leistungen. Es heißt auch zum Beispiel auch nur Krankenversicherung, die auch ständig steigt oder sonstige Nebenleistungen. Und da muss dringend angegriffen werden, weil da kommt die Unzufriedenheit dann auch und jeder spürt es in seinem Geldbeutel.
Sprecher D:
Ich würde mir die Einnahmen- und Ausgabensituation vornehmen, ganz klassisch. Das ist nichts anderes, wie ich heute ein Unternehmen führe. Wenn ich oben ein Geld habe, kann ich dieses Geld ausgeben. Und wenn ich weniger Geld oben einnehme, muss ich in der Mitte Kosten rausnehmen. Das ist ein ganz einfaches Prinzip, denn am Ende muss ein Ergebnis in einem Unternehmen entstehen. Und das ist eigentlich das, was ich, wenn ich diese alleinige Macht hätte, sofort machen würde. Ich würde alle Kostenpositionen, die in einem Land Thüringen oder in einem Deutschland sind, auf den Prüfstand stellen und würde bald schauen, gibt es überhaupt eine Wirksamkeit dieser Ausgaben. Wo ist eigentlich mein Ziel mit diesem Thema? Und das ist total richtig gesagt. Das ist bei jedem Menschen so. Wir können natürlich über eine Lohnerhöhung sprechen. Wir können über eine Gehaltserhöhung sprechen. Von dieser Gehaltserhöhung nimmt dann die Steuer, die Sozialabgaben, je nach Steuerprogression zwischen 40 und bis 50 Prozent heiße weg. Das heißt, das Unternehmen zahlt 100 Prozent, der Mitarbeiter kriegt 40, 50, 60 Prozent am Endeffekt raus. Dann kommt natürlich der nächste Step, dann kommt die Lohnpreisspirale. Das heißt, es ist ja nicht, dass die Kaufkraft jetzt gewachsen ist, sondern plötzlich kostet unsere berühmte Bratwurst, und ich fälle mir gerade so ein, ich weiß, am Domplatz in Erfurt gab es mal einen Preis für eine Bratwurst von 1,50. Wenn ich heute gucke, ist der Bratwurstpreis bei Veranstaltungen bei 4 Euro und normal bei 3 Euro. Also sagen wir mal, es hat sich verdoppelt. Das heißt, ich habe ja nicht mehr Bratwurst für mein Geld gekriegt, auch wenn das Gehalt gestiegen ist. Da ist genau der Ansatzpunkt, diese unsinnigen Kosten rauszunehmen. Das wäre der erste Step. Und dann natürlich logischerweise auch die Einnahmen, die ich in verschiedenen Töpfchen habe, auch für den Speck zu verwenden. Ich kann nicht aus der Rentenkasse Geld rausnehmen, um irgendwas zu subventionieren oder die fremden Leistungen aus der Krankenkasse bedienen und dafür dann sagen, das, das, das, das müssen wir jetzt da noch irgendwie bezahlen. Auch die Ungerechtigkeit zwischen einem verdienenden Menschen und einem, der eben nicht in das Sozialsystem einzahlt, dieser Abstand ist ja gar nicht mehr klar. So sieht es halt eben bei den Energiekosten genauso aus. Ich glaube ganz fest daran, wenn wir jetzt das Thema Elektro... Ich möchte hier nochmal ganz kurz anschneiden. Wenn der Strompreis jetzt einen Wert hätte, der bei 5, 6, 7 Cent liegen würde, ja klar ist dann ein Elektroauto deutlich spannender. Letzter Satz dazu, wenn man dann auch hört, wir haben eigentlich kein Geld für die Toilette in der Schule. Wir sollten ja das maximale Geld in die Ausbildung unserer Kinder stecken, damit die uns auch dann weiterbringen, weil Deutschland hat nun mal keine Rohstoffe. Wir haben das Geld für die Toilette nicht, aber dann hört man im nächsten Moment, ja, aber wir können dann irgendein, der berühmte Fahrrad wie ich in Peru, wo man sagt, da haben wir plötzlich Geld. Sag ich mir, irgendwas stimmt doch nicht, wird doch kein Unternehmer machen.
Sprecher C:
Also das ist als Unternehmer gesprochen, klar, wir sind es gewöhnt, unsere Kosten ständig im Blick zu haben, unsere Kostenpositionen ständig zu monitoren und monatlich abzuwägen. Möchte ich das noch ausgeben? Bringt mir das ein Business Case? In der Politik scheint das anders zu sein, wie mit Steuergeldern umgegangen wird. Kommt es mir so vor. Also dort wird dann oft eben auch wahrscheinlich ideologisch entschieden, dass man bestimmte Dinge macht. Und was eben noch zusätzlich dazu kommt, die Transparenz ist eben da nicht so da, wenn dann bestimmte Leistungen, wie schon gesagt, aus bestimmten Kassen herausgenommen werden, die da nicht zugeordnet sind. Das verschleiert auch eine Thematik und hat dann nicht die Transparenz, wo eigentlich das Problem liegt. Da würde ich auch zuerst mal angreifen und ich bin mir da auch sicher, wenn wir eine Expertenregierung hätten, die wie ein Unternehmen geführt wird, wäre das eine andere Nummer. Und dann muss in so einem Land wie Deutschland das auch möglich sein. Dann wieder Dinge wie Schultoilette und solche Dinge, was für mich einfach so das Grundsätzliche ist, was passen muss, realisiert werden kann.
Sprecher D:
Ganz zum Schluss, bevor wir einen Deckel drauf,
Sprecher B:
Wo stehen Sie jetzt am Ende dieses Gesprächs näher als gedacht und wo bleiben Sie bewusst unterschiedlich? Was die Regierungsfähigkeit betrifft, da sind Sie ziemlich nah beieinander. Das wäre relativ schnell zu lösen.
Sprecher C:
Ich denke auch, wie wir die Unternehmen führen, sind wir sicher um selben Schlag und haben auch dieselben Nöte und auch dieselben Methoden, wie wir das angehen.
Sprecher D:
Ich denke mir das auch. Im Endeffekt sind es zwei verschiedene Bereiche. Wir reden über Produktion und wir reden über Vertrieb und Dienstleistung. Also grundsätzlich mal unterschiedlich von der Situation in der Ausrichtung, aber natürlich in der Mitte das Gleiche. Wir sprachen anfangs von Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Führung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir reden über Business Cases, wir reden über Ergebnissituationen. Jeder auf seine Weise braucht da im Endeffekt seine Strategie, um dann auch erfolgreich zu arbeiten. Und auch, und das ist immer für mich ein ganz wichtiges Credo, an jedem Mensch, der bei uns in den Firmen arbeitet, der hängt ja immer noch mal ein zweiter oder ein dritter dran. Da sind wir ja verpflichtet, dass Familien existieren können. Und wir sehen ja gerade in der Situation in Thüringen, dass es leider auch viele Insolvenzen gibt, auch namhafte Firmen, die eigentlich nicht mehr weitermachen können, weil irgendwelche Themen dazu geführt haben, dass die Liquidität nicht mehr da ist. Ich glaube, da sind wir sehr, sehr nah beieinander. Dennoch glaube ich, dass wir deutlich näher an den Menschen sind, die am Ende ja die Produkte kaufen und sie natürlich deutlich näher auch an der Entwicklung und an dem Hersteller hängen. Und bei Ihnen, Sie hängen natürlich auch an dem globalen Markt. Ja, und wir halt leider, leider in Anführungsstrichen, an dem lokalen Markt in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern.
Sprecher C:
Na gut, ich denke, man spürt auch, dass wir beide Herzblut haben, auch hier Deutschland, Thüringen voranzubringen und immer wieder neue Innovationen zu erfinden, neue Vertriebswege vielleicht auch zu erfinden, damit wir hier weiterhin starkes Land bleiben.
Sprecher B:
Ein spannendes Gespräch, Herr Frittrang, Herr Main, ich danke Ihnen beiden für ein perfektes Match.
Sprecher D:
Vielen Dank. Vielen Dank.
Sprecher B:
Und ihr, die ihr gerade hört, seid so recht gespannt auf das nächste Blind Date. Und es wäre ja nicht blind, wenn ich sagen würde, wer kommt. Aber ich darf euch schon mal eines versprechen. Ihr werdet danach glücklichere Menschen sein.
Sprecher A:
Zwei Firmen. Ein Blind Date. Thüringen. A perfect match. Der Podcast von Thüringen. Wir sind's. Mehr Infos und alle Folgen auf thüringen-wir-sind.de
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